Freiheit - wovon und wozu?Freiheit ist ein Begriff, der viel zu denken gibt, weil er sich so schwer definieren lässt: Freiheit wird inhaltlich von verschiedenen Menschen mit sehr verschiedenen Bedeutungen versehen. Kein Wunder also, dass Freiheit auch ein häufiges Thema in der Philosophie ist. Eine typische philosophische Unterscheidung in Bezug auf Freiheit ist z.B. die zwischen positiver und negativer Freiheit:

Negative Freiheit wird dabei als „Freiheit von“ verstanden, d.h. die Freiheit von äußeren (aber durchaus auch inneren) Zwängen. Positive Freiheit dagegen wird als „Freiheit zu“ interpretiert, also die Freiheit zu wollen und zu handeln.

Der Philosoph Martin Heidegger hat daher in seinen Vorlesungen über das wesen der menschlichen Freiheit zwischen Ungebundenheit („frei von“) und freiwilliges Sichbinden („frei zu“) unterschieden – eine Freiheit „von“ ohne Freiheit „zu“ lässt sich in diesem Kontext dann als Bindungslosigkeit verstehen, die dann im eigentlichen Sinne keine Freiheit ist, sondern richtungslose Willkür.
Das erklärt vielleicht, warum so viele Menschen immer wieder in ihre alten Unfreiheiten, innerlich und äußerlich, zurückfallen, von denen sie sich eigentlich befreien wollen: Was ihnen fehlt, ist ein „wozu“ der Freiheit – sie wissen nichts  mit der neu gewonnenen Freiheit anzufangen und begeben sich daher in die alten Bindungen zurück, die mehr Sinn zu machen scheinen, weil sie eine gewohnte Orientierung bieten. Wer sich von etwas befreien will, muss sich immer auch für neue Orientierungen entscheiden, denn wer orientierungslos ist, fällt leicht in die alten Grenzen zurück.
Heideggers Unterscheidung macht vielleicht auch ein weitverbreitetes Mißverständnis transparent: Dass Freiheit heißen müsse, man könne alles machen, was man will. Das aber wäre nur negative Freiheit: Frei von äußeren Grenzen. Wenn es dann aber an positiver Freiheit mangelt ist der „befreite“ Mensch nur noch Spielball seiner zufälligen Antriebe, Wünsche und Begierden, also in gewisser Weise noch unfreier, weil Opfer blinder Willkürlichkeiten und Befindlichkeiten.

Positive Freiheit würde dementsprechend heißen, dass Du dir deine eigene Richtung gibst und dir deine eigenen Grenzen setzt. Nietzsche formuliert das im „Also sprach Zarathustra“ so:

„Bist du ein Solcher, der einem Joche entrinnen durfte ? Es giebt Manchen, der seinen letzten Werth wegwarf, als er seine Dienstbarkeit wegwarf.

Frei wovon? Was schiert das Zarathustra! Hell aber soll mir dein Auge künden: frei wozu ?

Kannst du dir selber dein Böses und dein Gutes geben und deinen Willen über dich aufhängen wie ein Gesetz? Kannst du dir selber Richter sein und Rächer deines Gesetzes?“
… … …

Die Frage ist also: Wovon willst DU dich befreien? Und vor allem: Wozu?

Alles Beste,

            Niels Koschoreck (Gründer der Akademie der Befreiung)

Akademie der Befreiung
Unkonventionelle Weiterbildung
Befreie dich Selbst, befreie die Welt

P.S.: Die wichtigsten Grundlagen für DEIN befreites Leben vermittelt die VideoPräsentation „Werkzeuge der Befreiung“!

 

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